Bilder aus dem Zoo Dresden - 10.08.2025
Diese wunderschönen Bilder wurden mir von Koalafreunden, die die Koalas im Zoo Dresden besucht haben, zur Verfügung gestellt. Tolle Bilder von Eerin und Kiri.
Vielen Dank an Annett und Matthias Witt
©Fotos: Annett und Matthias Witt
Zoo Dresden: Koala-Nachwuchs wurde auf „Kiri“ getauft
Sächsische.de, 05.08.2025
Seit es den Beutel seiner Mutter verlassen hat, gehört das kleine Koala-Weibchen zu den meistbeachteten und -fotografierten Bewohnern des Prof. Brandes-Hauses. Es entwickelt sich prächtig und hat mittlerweile auch einen Namen: Nach einem längeren Auswahlprozess entschieden sich die Tierpfleger vor rund einem Monat für „Kiri“.
Zur Welt gekommen ist Kiri am 18. November 2024 – als Winzling von der Größe eines Gummibärchens. Vom Geburtskanal krabbelte sie selbstständig in den Beutel und „dockte“ an einer der beiden Zitzen an. „Nach etwa 14 Tagen ließ uns Mutter Eerin kurz in den Beutel schauen“, berichtet Tierpfleger Olaf Lohnitz. „Danach wuchs das Jungtier in Ruhe und von außen kaum sichtbar heran.“
Erst viel später sei der Beutel merklich dicker geworden und „in Bewegung geraten“. „Im Alter von sechs Monaten zeigte sich mal ein Ärmchen oder Beinchen. Dann ging alles viel schneller als bei der älteren Schwester Janali: Bereits Anfang Juni hielt sich Kiri für längere Zeit außerhalb des Beutels auf und konnte erstmals gewogen werden.
Von damals 389 Gramm ist das Gewicht auf inzwischen rund ein Kilogramm gestiegen, und die Wiegeprozedur ist zur Selbstverständlichkeit geworden. „Es ist wichtig, dass die Koalas Vertrauen haben und sich anfassen lassen“, so Lohnitz. „Denn nur so können sie untersucht und notfalls behandelt werden.“ Ein Medical Training wie bei anderen Tierarten sei bei den Koalas kaum möglich. „Denn sie fressen ja ausschließlich Eukalyptusblätter. Wir können sie also nicht mit Leckerli motivieren.“
Gerade jetzt in der warmen Jahreszeit ist der Körperkontakt noch aus einem anderen Grund unerlässlich: Die Tierpfleger tragen die Koalas abwechselnd in die kleine Außenanlage hinter den Kulissen. „Bei schönem Wetter und Temperaturen über 20 Grad können sie tagsüber mehrere Stunden im Freien bleiben“, sagt Zootierarzt Dimitri Widmer.
„Das UV-Licht ist wichtig für die Knochengesundheit.“
Zudem regen neue Geräusche und Gerüche die Sinne der Tiere an. Damit die Koalas beim „Frischluft-Schnuppern“ künftig auch von den Besuchern beobachtet werden können, hat der Zoo in dieser Woche damit begonnen, eine zweite Außenanlage im öffentlichen Bereich zu bauen. „Sie soll aus zwei etwa 25 Quadratmeter großen Abteilen bestehen“, kündigt Dimitri Widmer an. „Nach hinten wird sie von holzbeplankten Platten begrenzt, nach vorn von großen Scheiben.“ Zusätzlich werde ein Pflanzenbeet für den notwendigen Abstand zwischen Tieren und Besuchern sorgen.
„Den Großteil der Arbeiten übernimmt eine externe Firma“, so der Zootierarzt. „Die Sitzgelegenheiten für die Koalas werden wir dann selbst installieren.“ Alles in allem rechnet Widmer mit einer Bauzeit von nur wenigen Wochen. „Vielleicht kann die Anlage noch diese Saison genutzt werden.“
Vor allem Eerin und die beiden Jungtiere sollen im neuen Areal Frischluft und Sonne tanken; derzeit müssen sie oft noch mit einem „Solarium“ in den rückwärtigen Anlagen vorliebnehmen. Männchen Mullaya, das die alte Außenanlage derzeit am häufigsten nutzt, wird seine „Open-Air-Zeit“ voraussichtlich weiterhin dort verbringen.
Weil die Koalas den Weg nach draußen auch künftig auf dem Arm eines Tierpflegers zurücklegen, braucht es keine Verbindung zwischen Innen- und Außenanlagen. „Ehe sich ein Koala entschieden hätte, selbstständig nach draußen zu gehen, wäre der Tag um“, scherzt Olaf Lohnitz.
Nach erfolgter Verpaarung wird Mandie in den Zoo Leipzig zurückkehren. Wie groß die Chancen auf Erfolg stehen oder die genaue Dauer ihres Aufenthalts kann nicht vorausgesagt werden. Um dem Tier größtmögliche Ruhe zu ermöglichen, hat Mandie hat eine eigene Anlage im rückwärtigen Bereich Prof. Brandes-Hauses bezogen. Für Besucher ist der Leipziger Gast daher überhaupt nicht zu sehen. Laut Tierpfleger Hünemeyer hat der Umzug nach Dresden prima geklappt. „Mandie ist selbständig aus der Transportbox geklettert und verhält sich nicht aufgeregter als sonst. Sie erkundete aufmerksam ihre neue Umgebung und hat auch bereits gefressen.“ Für unseren Kollegen Olaf Lohnitz gab es noch einige Tipps im Umgang mit dem neuen Schützling und im Anschluss kam es zu einem ersten Zusammentreffen mit Mullaya. Beide Tierpfleger sind sich einig, dass die beiden zumindest „recht interessiert aneinander“ sind.
Koala-Nachzuchten in Zoos sind noch immer keine Selbstverständlichkeit. „Wir hoffen daher sehr, mit dieser zooübergreifenden Zusammenarbeit gemeinsam erfolgreich für Nachwuchs sorgen und damit einen Beitrag zum Erhalt der Art leisten zu können“, sagt Dr. Till Ramm, Kurator im Zoo Leipzig. Auch der Zoo Dresden hatte 2020 das Weibchen Sydney für mehrere Wochen auf „Hochzeitsreise“ nach Duisburg geschickt – damals leider ohne den erhofften Zuchterfolg. Daher drücken wir den Leipziger Kollegen nun die Daumen, dass es mit Mandie und Mullaya klappt.
Freude über zweiten Koala-Nachwuchs von Weibchen Eerin
Pressemitteilung 10/2025, am 21.05.2025 - ©Text und Bild: Zoo Dresden
Es ist wieder soweit – Koala-Weibchen Eerin hat ihr zweites Jungtier. Die Geburt fand bereits im letzten Jahr,
genauer gesagt am 18.11.2024, statt. Das lässt sich bei Koalas nicht immer so genau sagen, da die Geburt nur
selten beobachtet werden kann. In diesem Fall konnte die zur Mittagszeit stattfindende Geburt jedoch durch
Zufall von unserem Tierpfleger Olaf Lohnitz von der Besucherseite des PBH aus mitverfolgt werden.
Unmittelbar danach konnte er auch die typische, von der Geschlechtsöffnung zum Beuteleingang führende
Schleimspur sehen – ein klarer Hinweis darauf, dass das noch winzige, unbehaarte Jungtier selbstständig den
Weg in den Beutel gefunden hat.
Anfangs heißt es dann geduldig sein. Obwohl erfahrene Koalapfleger durch kleine Verhaltensänderungen der
Mutter eine Trächtigkeit bereits vermuten können, sieht man äußerlich zunächst noch nichts. Erst nach
Wochen zeichnet sich das wachsende und später auch bewegliche Jungtier im Beutel ab.
Nach fast genau sechs Monaten der bisher bilderbuchmäßig verlaufenen Trächtigkeit zeigt sich das „Joey“ –
so werden die Beuteljungtiere genannt – nun die ersten Male ganz vorsichtig. Dieser Moment wurde von
allen Beteiligten bereits mit Spannung erwartet. Dabei ist vorerst nur ein Fuß, eine Hand, die Nase oder der
Kopf des Joeys zu sehen. Bis es regelmäßig herausschaut oder sogar vollständig aus dem Beutel
herausklettert, werden noch einige Wochen vergehen.
Das Geschlecht kann erst dann erkannt werden, wenn das Jungtier ganz aus dem Beutel herauskommt.
Besitzt es selbst einen Beutel, ist es weiblich, ansonsten ein Männchen. Somit gibt es auch noch keinen
Namen für das Jungtier.
Koala-Nachzuchten sind in Zoos noch immer keine Selbstverständlichkeit und jedes Tier wird dringend
benötigt, um die Population zu stärken. Darum sind wir besonders stolz und glücklich, dass die mittlerweile
erfahrene Mutter Eerin nun das zweite Jungtier austrägt. Dieser Erfolg spricht nicht zuletzt auch für die
professionelle Pflege, die die Tiere in unserem Zoo erhalten.
Wir drücken nun die Daumen, dass auch der letzte Abschnitt der Beutelträchtigkeit optimal verläuft und bald
schon vier Koalas bei uns zu sehen sein werden.
Koala Weibchen Sydney verstorben
8. Oktober 2024
Am 4. Oktober mussten wir unser Koala-Weibchen Sydney notoperieren. In der Nacht zum 7. Oktober ist sie trotz intensiver medizinischer und tierpflegerischer Betreuung verstorben.
Im April 2019 kam Koala-Weibchen Sydney aus dem Zoo Antwerpen nach Dresden. Hier sollte sie mit unserem Koala-Männchen Mullaya für Nachwuchs sorgen. Dieser stellte sich jedoch nicht ein, da Sydney eine Zubildung im Bereich der Vagina und Harnblase aufwies, die mit großer Sicherheit für ihre Unfruchtbarkeit verantwortlich war. Diese Zubildung wurde regelmäßig überwacht und schien ansonsten keine Probleme zu verursachen. Aufgrund der mit einer Operation verbundenen großen Risiken wurde daher auf eine Behandlung in diesem Stadium noch verzichtet. In diesem Jahr trat jedoch wiederholt Harninkontinenz, zuletzt auch verbunden mit Schmerzen, bei Sydney auf. Ultraschall- und computertomographische Untersuchungen am vergangenen Freitag ergaben eine hochgradig gefüllte Harnblase sowie gestaute Harnleiter und Nierenbecken. Da dies in Zusammenhang mit der genannten Zubildung gebracht werden musste, war noch in derselben Narkose eine Notfalloperation notwendig, um für Entlastung zu sorgen. Da dies bei Koalas aufgrund der speziellen Anatomie des Reproduktionstrakts kompliziert ist, betrug die Narkosedauer mit Diagnostik und anschließender Operation weit über drei Stunden. Obwohl der Eingriff an sich als gelungen anzusehen war, hat sich Sydney von der Prozedur im Anschluss nicht vollständig erholt und musste in den Tagen danach intensiv gepflegt und umsorgt werden. Leider hat sich ihr Zustand zum Ende hin weiter verschlechtert und in der Nacht zum 07. Oktober ist Sydney verstorben.
Derzeit findet eine gründliche pathologische Untersuchung statt, die uns hoffentlich Aufschluss über Sydneys Erkrankung gibt.
©Text und Bild: Zoo Dresden
Koala-Nachwuchs auf den Namen Janali getauft
15. Dezember 2023
Unser erster Koala-Nachwuchs im Zoo Dresden ist ein Weibchen und trägt den Namen Janali. Der Name ist an die Sprache der Aborigines angelehnt und bedeutet „Mond“. Ausgewählt wurde der Name von unseren Tierpflegerinnen und Tierpflegern des Prof. Brandes-Hauses.
Janali wurde Ende März 2023 als zwei Zentimeter großes und nacktes Jungtier geboren und wuchs sieben Monate im Beutel von Mutter Eerin heran. Nun hat das kleine Koala-Mädchen den Beutel vollständig verlassen und steckt nur noch zum Trinken sein Köpchen hinein. Janali entwickelt sich sehr gut und bringt bereits 902 Gramm auf die Waage. Zusätzlich zur Muttermilch frisst das kleine Koala-Mädchen auch schon fleißig Eukalyptus.
©Text und Bild: Zoo Dresden