In dieser Rubrik werden von mir Texte erstellt, die auf die gerade aktuelle Situation der Koalas in Australien Bezug nehmen. Ich nutze dazu Fakten und Berichte aus dem Internet oder Insiderwissen, dass mir von Menschen vor Ort zur Verfügung gestellt wurde. Für die Richtigkeit der Fakten übernehme ich keine Garantie.
Situationsbericht: Aktuelle Buschfeuer in Australien
(Stand: 23. Januar 2026)
Überblick über die aktuellen Buschfeuer
Australien erlebt im Januar 2026 eine schwere Buschfeuersaison, die durch extreme Hitze, starke Winde und Trockenheit angetrieben wird. Die Feuer konzentrieren sich vor allem auf den Südosten des Landes, insbesondere den Bundesstaat Victoria, wo seit dem 7. Januar zahlreiche Brände toben.
Bis zum 11. Januar wurden über 400.000 Hektar Land verbrannt, mehr als 300 Gebäude zerstört und mindestens fünf Menschen getötet.
Die Feuer wurden größtenteils durch Blitzeinschläge ausgelöst, verstärkt durch eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 46 °C.
In Victoria brennen derzeit über 30 aktive Feuer, darunter große Brände in Longwood (nahe Gobur, Euroa und Yarck), Shire of Towong, Walwa (an der Grenze zu New South Wales), Dargo in Gippsland, Ravenswood South, Grass Flat und Carlisle River.
Rauchwolken aus diesen Feuern sind satellitengestützt sichtbar und haben die Luftqualität in weiten Teilen Südost-Australiens verschlechtert.
Weitere Feuer gibt es in Western Australia (WA), wo über 2.500 Blitzeinschläge Brände in Gebieten wie Boddington, Williams, Lake King, Bremer Bay und dem Fitzgerald River National Park ausgelöst haben. In South Australia (SA) drohen extreme Feuergefahren durch anhaltende Hitze und Winde.
Die Bundesregierung hat eine Katastrophenhilfe aktiviert, einschließlich Luftunterstützung für die Feuerwehr.
Die Saison 2025/26 gilt als eine der schlimmsten seit den "Black Summer"-Feuern 2019/20, mit Prognosen für anhaltende Risiken bis Ende Januar. Über 20.000 Nutztiere sind bereits umgekommen, und die Feuerwehr warnt vor weiteren Ausbrüchen durch anhaltende Hitze.
Hilfsprogramme umfassen Einmalzahlungen und kurzfristige Unterstützung für Betroffene. Die Feuerwehr (CFA) kämpft mit Personalmangel und veralteter Ausrüstung, was die Bekämpfung erschwert.
Besondere Beachtung der Situation der Koalas
Koalas (Phascolarctos cinereus) sind besonders anfällig für Buschfeuer, da sie in Eukalyptuswäldern leben, die leicht brennbar sind, und langsam klettern. In der aktuellen Saison sind Koala-Populationen in South Australia und Victoria stark betroffen.
Aktuelle Auswirkungen:
In SA hat ein Feuer in Koala-Habitaten zu schweren Verlusten geführt. Rettungsteams wie IFAW und Southern Koala and Echidna Rescue (SKER) haben verbrannte Koalas gefunden, viele mit katastrophalen Verletzungen, die euthanasiert werden mussten. In Victoria wurden verbrannte Koalas, Kängurus und andere Wildtiere in Gebieten wie Mount Compass gefunden.
Langfristige Bedrohungen:
Historische Feuer wie 2019/20 haben bis zu 18 % der Koala-Population getötet. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2070 fast 45 % der Koala-Habitate hoher Feuergefahr ausgesetzt sein werden, verglichen mit 40 % heute. Zusätzliche Faktoren wie Abholzung (z.B. in Glenbog State Forest) und Überpopulation in manchen Gebieten verschärfen die Lage.
Warum ist eine Umsiedlung von Koalas aus dem zT. überbevölkerten Süden in den Norden, wo der Koala als gefährdet gilt, nicht möglich?
21.02.2026
Eine Umsiedlung (Translokation) von überzähligen Koalas aus dem Süden Australiens (Victoria, South Australia) in den Norden (Queensland, nördliches NSW) ist aus mehreren wissenschaftlich und ökologisch begründeten Gründen praktisch nicht machbar und wird von fast allen seriösen Naturschutzorganisationen und Behörden abgelehnt.
Hier die wichtigsten Gründe:
1. Genetische Unterschiede und biogeografische Trennung
Nördliche und südliche Koalas bilden deutliche genetische Cluster (FST-Werte um 0.27–0.28 → sehr hohe Differenzierung) Südliche Populationen (meist aus wenigen Gründer-Individuen von French Island & Phillip Island) zeigen stark reduzierte genetische Diversität (oft Inzucht-Effekte). Nördliche Populationen haben deutlich höhere genetische Vielfalt. Eine Einbringung südlicher Koalas würde die nördlichen Populationen genetisch verschlechtern („genetic pollution“), Inzucht-Depression verstärken und die Anpassungsfähigkeit an nördliche Bedingungen schwächen.
2. Unterschiedliche Anpassung an Klima und Nahrung
Südliche Koalas sind im Schnitt größer, schwerer und haben dichteres, besser isolierendes Fell → angepasst an kühleres, feuchteres Klima in Victoria/SA.
Nördliche Koalas sind kleiner und haben dünneres Fell → besser geeignet für heißes, trockenes Klima in QLD/NSW.
Viele südliche Koalas haben sich über Generationen an bestimmte Eukalyptus-Arten-Mischungen angepasst → sie fressen oft nicht optimal die gleichen Sorten wie nördliche Koalas → Hohes Risiko von Mangelernährung oder sogar Verhungern nach Umsiedlung
3. Krankheits- und Parasiten-Risiken
Chlamydia-Prävalenz und -Stämme unterscheiden sich regional stark.
Koala-Retrovirus (KoRV): Im Norden (besonders QLD) ist die endogene Form weit verbreitet und hochpathogen; im Süden ist sie meist niedrig oder fehlt weitgehend.
Umsiedlung südlicher Koalas → Risiko, neue Krankheitsstämme einzuschleppen oder umgekehrt empfindliche nördliche Tiere mit südlichen Varianten zu infizieren. Translozierte Koalas zeigen generell höhere Sterblichkeit durch Stress, Krankheiten und mangelnde Anpassung
4. Habitat- und Populationskapazität im Norden
Genau die Gebiete, in denen Koalas im Norden stark rückläufig sind, leiden unter massivem Habitatverlust, Fragmentierung, Trockenheit, Buschbränden und hoher Mortalität (Autos, Hunde, Chlamydia). Es gibt kaum geeignete, unbesetzte oder aufnahmefähige Habitatflächen, die groß genug wären, um Tausende Koalas aufzunehmen. Eine Umsiedlung würde das bestehende Problem nur verschieben, ohne die eigentliche Ursache die Habitatzerstörung zu lösen.
5. Praktische und rechtliche Hürden + schlechte Erfolgsbilanz
Frühere großangelegte Translokationen (auch innerhalb des Südens) hatten oft hohe Verlustraten (bis zu 50 % Mortalität im ersten Jahr). Aktuelle Translokationsprogramme (z. B. in NSW) dienen fast ausschließlich der Verstärkung kleiner, gefährdeter Populationen innerhalb derselben genetischen Einheit – nicht dem Transfer zwischen Nord und Süd. Die Kosten sind extrem hoch (Einfangen, Transport, Monitoring, Veterinärversorgung) bei sehr geringer Erfolgsaussicht
Kurzfassung – warum es nicht gemacht wird:
Südliche Koalas in den Norden zu bringen, würde
→ die ohnehin bedrohten nördlichen Populationen genetisch schädigen,
→ viele Tiere durch Klima/Nahrungsmangel/Krankheit töten,
→ das eigentliche Problem (Habitatverlust im Norden) nicht lösen
und wäre damit kontraproduktiv für den Artenschutz insgesamt. Deshalb setzen seriöse Programme auf Sterilisation/Fruchtbarkeitskontrolle im Süden + Habitat-Schutz und Korridor-Verbindung im Norden – getrennte Strategien für zwei grundverschiedene Probleme innerhalb einer Art.